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mic at six | 207 | Heute hab ich Facebookfrei

By | mic at six

Hi :-) Mach mit wenn du magst :-D Teile diesen Beitrag, schließe dein Facebook und schau erst morgen wieder rein. Ein Tag ohne Facebook. Glaubst du, du kannst das schaffen? Ich bin ab sofort 24 Stunden Soziale-Medien-befreit :-D Yihaw!
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Über die Kunst sich treiben zu lassen

By | Bloggiversum

Über die Kunst sich treiben zu lassen, blinden Aktionismus und die Faszination von Facebook Likes.

Sich treiben lassen ist harte Arbeit

Als Thor Heyerdahl sich 1947 auf einem Floß über den Pazifik treiben ließ, wollte er nicht einfach nur ein paar nette Tage auf See verbringen. Er brach auf, um eine verrückte Theorie zu beweisen: Die polynesischen Inseln seien nicht wie landläufig angenommen von Westen her aus Asien bevölkert worden, sondern von Osten aus Südamerika. Das besondere daran: Die südamerikanischen Prä-Inka-Kulturen waren keine Seefahrernation. Sie bauten Flöße und ließen sich damit von der Meeresströmung hinaustragen. Von Peru nach Tahiti sind das in etwa 8000 km.

schwerer-prozessSich einfach treiben zu lassen, klingt zunächst nach Urlaub, Entspannung, Erholung. Aber wer sich wirklich treiben lässt, der bricht auf in das Unbekannte ohne die Fähigkeit seine Richtung zu ändern, anzuhalten oder umzukehren. Sich treiben zu lassen bedeutet, die Dinge geschehen zu lassen und sie zu ertragen. Wer sich treiben lässt, befindet sich in einem Prozess. Und Prozesse sind schwer auszuhalten. So ist das mit allen Prozessen, ganz besonders mit künstlerischen.

Keep calm and carry on

Holm Friebe von der Süddeutschen Zeitung berichtet in seinem Artikel „Einfach treiben lassen“ vom Aktionismus der Menschen in Krisensituationen und wie schwierig es ist, unüberlegtes Handeln sein zu lassen. Die Wissenschaft hat sogar einen Begriff dafür: „Action Bias, … die Neigung, auch dann aktiv zu handeln, wenn das Handeln voraussichtlich nutzlos, möglicherweise sogar schädlich ist“ (Wikipedia). Unsere Instinkte sind genetisch darauf programmiert in heiklen Situationen schnelle Entscheidungen herbeizuführen. „Fight-or-flight – Kämpfe oder flüchte“ lautet die steinzeitliche Devise, die immer noch in uns schlummert. Damals konnte Nachdenken tödlich sein. Wer in einer gefährlichen Situation nicht blitzschnell reagierte, wurde aufgefressen. In der heutigen Gesellschaft führt Nachdenken als langsamere Reaktion aber oftmals zum besseren Ergebnis. Politiker haben dieses Prinzip längst erkannt und perfektioniert: gar keine Reaktion zeigen und eine Sache einfach aussitzen, kann auch zum gewünschten Ergebnis führen…

Was nutzt es Facebook zu verteufeln, wo doch der Teufel in mir selber steckt.

desperate-likes-lockerDer Faszination auf Facebook „geliked“ zu werden kann sich wohl kaum jemand entziehen. Mich hat es erwischt. Das Like-System nutzt meine Bedürfnisse nach sozialen Beziehungen und sozialer Anerkennung schamlos aus. Facebook ist ein Geschäft. Dessen sollte ich mir bewusst sein, wenn ich die virtuellen Hallen des Großkonzerns betrete. Insbesondere bei Fan-Pages dreht sich alles um Reichweite und Kundenbindung. Wenn ich mein mic at six Facebook-Profil öffne, ermahnen mich blaue Schaltflächen an jeder Bildschirmecke: „Wirb für deine Seite, um dich mit mehr Nutzern zu verbinden, die für dich wichtig sind.“ – „Verbinde dich mit mehr Nutzern, die für dein Unternehmen wichtig sind.“ Alles gegen bare Münze versteht sich.

Als „privater“ Facebook-Nutzer werden mir diese Optionen (noch) nicht angeboten. Trotzdem bin ich Dartpfeil und Zielscheibe. Wenn ich mich damit arrangieren kann, komme ich klar. Wenn ich aber mein Selbstwertgefühl davon abhängig mache, ob und wie viele Likes ich für einen Post bekomme, kriege ich ein Problem. Aus der Erfahrung: „Wenn mein Bild geliked wird, bin ich gut/schön/talentiert“; wächst das (Miss-)Verständnis: „Nur wenn mein Bild geliked wird, bin ich gut/schön/talentiert“; mit dem Umkehrschluss: „Wenn ich nicht (genug) geliked werde, bin ich schlecht/hässlich/unfähig.“ Beim Durchzappen der unzähligen, unendlichen Posts auf meiner Facebook-Startseite, beschleicht mich das Gefühl, dass es nicht nur mir so geht. Nagt Facebook auch am Selbstwertgefühl anderer Nutzer?

Was kann ich von Thor Heyerdahl in dieser Situation lernen?*

Nach 101 Tagen auf See und rund 7000 km zurückgelegter Strecke, lief Thor Heyerdahls Floß bei Raroia auf ein Riff auf. Er strandete aber praktisch vor der Haustür Tahitis. Er konnte seine Theorie wissenschaftlich untermauern: Polynesien könnte aus dem Osten her bevölkert worden sein und nicht wie landläufig angenommen zwangsläufig vom Westen her aus Asien. Und das einfach, indem sich Heyerdahl von der Meeresströmung treiben ließ, wie die alten Prä-Inka-Kulturen.

CHAKKAMic at six ist nach rund 8 Jahren Berufstätigkeit mein erstes, freies künstlerisches Projekt. Ja, ich bin entsprechend aufgeregt. Ich bin dankbar und freue mich selbstverständlich sehr über Feedback von außen. Die Strömung hat mich in ein seelisches Facebook-Ungewitter getrieben. Was nützt es das Wetter zu verfluchen? Das gilt es auszuhalten. Meine „Like-Sucht“ ist Teil meines künstlerischen Prozesses. Nicht besonders cool, aber kein Grund sich zu schämen.

Ich werde mich also weiter treiben lassen. Ich werde mich weiter über Likes, Shares, Tweets und überhaupt freuen und ich werde daran arbeiten, mein Selbstwertgefühl nicht mehr so stark von „Statistik-Popistiken“ abhängig zu machen. Keep calm, mic, and carry on.

Also, weiter geht’s. Bis morgen um sechs :-)
Beste Grüße
euer mic

P.S.: Vielen Dank an meinen sehr guten Freund Aike Arndt für ein sehr gutes Gespräch und ein paar beruhigende Gedanken, die mich zu diesem Artikel inspirierten.

* Wer mehr über Thor Heyerdahl erfahren möchte: Kon-Tiki (1950), die oscarprämierte Doku. Ein echtes Abenteuer. Das Remake Kon-Tiki (2012) ist optisch gewaltig, inhaltlich seicht. Ein bisschen wie „Kein Schiffbruch ohne Tiger“, trotzdem sehr interessant, wie die historischen Erlebnisse hier interpretiert werden.

„new mic’s on the blog“ – Die erste Woche im Bloggiversum

By | Bloggiversum

Zunächst einmal: Vielen Dank an all die vielen fünf Leser da draussen :-D Ich freue mich, dass ihr dabei seid und mich bei meinem „Freizeitprojekt“ begleitet und motiviert!

CHAKKA, ich habe meine ersten 7 Tage als „Blogger“ geschafft.

Was für ein irrsinniges Vorhaben. Insbesondere technisch gesehen bisher eine überraschend hohe und zeitintensive Herausforderung… ganz schön komplex und differenziert diese Blogger-Welt. Das macht man nicht mal eben an einem Wochenende wie mir scheint… Es wird wohl noch etwas dauern bis alles rund läuft und ich verstehe, was ich da eigentlich mache. Technische Pannen vorprogrammiert. Seht es mir nach :-) Eure Blogging-Ratschläge sind also herzlich willkommen.

„Warum muss er jetzt auch noch einen Blog machen, wo er doch vor lauter Arbeit eh kaum Zeit hat zu atmen?“ – Eben.

In meinem Job mache ich viel für andere. Ich komme immer seltener dazu einfach Mal etwas für mich zu zeichnen. Ironischer Weise ist dieser Blog ja auch wieder für andere ;-) Aber ich muss hier keine Kompromisse eingehen, keine Korrekturschleifen ertragen und kann einfach zeichnen, wonach mir der Sinn steht. Und wenn das dann auch noch jemandem von euch gefällt, dann ist es wie es früher einmal war: Erinnert ihr euch? Ihr wart vier oder fünf Jahre alt. Ihr habt den ganzen Nachmittag gemalt, gebastelt und gezeichnet und eure Eltern, Onkel und Tanten waren begeistert von euren Werken. Na, war das nicht eine tolle Zeit?

Zeichne und deine Welt wird besser

Eigentlich doch komisch, dass die meisten Menschen am Ende ihrer Kindheit aufhören zu zeichnen, oder? Wo es doch so ein fester Bestandteil und so eine Selbstverständlichkeit in ihrem Leben war – für wenigstens 5 bis 15 Jahre ihres Lebens. Es hat ihnen so viel Spaß gemacht und sie wurden so sehr von ihrer Umwelt dafür „geliked“ ;-) Und dann kam die Schule und sie mussten Schreiben lernen. Schön schreiben lernen! Und wenn sie doch noch zeichneten, dann mussten sie jetzt auch schön zeichnen können! Was für ein Druck. Da gaben sie lieber freiwillig etwas auf, was sie einst so sehr liebten und was so natürlich für sie war.

Tja, wenn wir also heute irgendwelche Bilder in den Sozialen-Netzwerk-Äther posten und nach „Likes“ schmachten, sehnen wir uns vielleicht (unbewusst) einfach nur nach der guten alten Zeit zurück, in der wir schamlos unzählige faszinierende „Krikelakrackel-Bilder“ verbreiteten und dafür von unseren Nächsten geliebt wurden. Bedingungslos und für jeden Pups ;-)

Apropos…. ich hoffe, dass ich eine lange Zeit ohne Pups-Humor auskommen kann… Aber dieses Thema braucht einen eigenen Artikel…

„Was erwartet uns denn hier?“ – Darauf bin ich auch schon sehr gespannt.

Ich habe kein Konzept. Herrlich, wie befreiend :-) Die Titelzeichnung verrät aber ein bisschen was über meine Interessen und meine Motivation – zur Zeit. Mal sehen was passiert. Ich möchte keine Pläne schmieden, ich will mich treiben lassen :-D Ihr seid herzlich eingeladen mitzutreiben, ich freue mich darauf. Lasst uns sehen wo das hinführt.

Initialzündung – Das Gulasch-Gespräch

Ein herzliches Dankeschön an Aike Arndt, meinen guten Freund und ehemaligen Kommilitonen aus der guten alten Studienzeit, für den springenden Funken! Eigentlich wollte ich ihm nur zum Geburtstag und zu seinem neuen Comic-Band gratulieren. Und weil sein neues Buch wirklich großartig ist, so charmant, liebevoll und tiefgründig, sah ich mich an einem Punkt unseres Gesprächs spontan dazu verleitet, ihn zu einem Comic-Blog anzuspornen. Seine Reaktion ließ vermuten, dass dieses wohl eher nicht die erste „Anfrage“ war ;-) Aber glaubt mir, wenn ihr Aikes Comics lest, werdet ihr euch verlieben und ihr werdet auch mehr wollen! Ich empfehle jedem sein Buch „Das Nichts und Gott“ zu erwerben und auch seinen ersten Band „Die Zeit und Gott“. Beide sind einzigartig, inspirierend, freudig und nachdenklich stimmend zugleich :-) Zurück zum Gulasch-Gespräch: Aike drehte kurzerhand den Spieß um und spornte mich wiederum zu einem Blog an. Eigentlich wollte ich, so glaube ich, mit einem Darüber-Lachen die Sache vom Tisch fegen, aber irgendwie hat es in mir drinnen Klick gemacht und mich hierher geführt. Abgefahren.

Nun denn, die erste Woche ist gemeistert :-D Zum Schreiben habe ich mir etwas mehr Zeit rausgenommen, als ich mir hätte nehmen dürfen. Muss auch Mal sein. Weiter geht’s. Bis morgen um sechs :-)

Beste Grüße

euer mic